Positionspapier
Landflucht vermeiden
Wir Landjugendlichen leben gern in unseren Regionen und tragen dazu bei, dass sich dort Eigeninitiative entwickelt und Verantwortung in vielfältiger Weise wahrgenommen wird. Die Stärken des ländlichen Raumes sind uns bewusst und werden genutzt. Die strukturellen Schwächen und den zunehmenden Mangel an Perspektiven können wir aber nur teilweise ausgleichen.
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Vorschau
Um nachhaltige Bleibeperspektiven zu entwickeln stellen wir folgende Positionen und Forderungen zur Diskussion:
Bildung
- Die Erreichbarkeit von Grundschulen in einer angemessen Entfernung vom Wohnort ist sicher gestellt. Aus diesem Grunde finden wir in jeder Großgemeinde bzw. in jedem Amt mindestens eine öffentliche Grundschule.
- Der Schulweg zur Oberschulen überschreitet insgesamt nicht 1,5 Stunden.
- Schulen öffnen sich den Kommunen und stellen außerhalb der Schulzeit sowie an Wochenenden Räumlichkeiten und Ressourcen für Aktivitäten und Projekte des Gemeinwesens zur Verfügung.
Infrastruktur
- Der ÖPNV ist entsprechend des Bedarfes von Kindern und Jugendlichen organisiert, um die Erreichbarkeit von Angeboten, Projekten und Jugendeinrichtungen gerade in den Nachmittags- und Abendstunden zu gewährleisten.
- Durch weite Schulwege sind Kinder und Jugendliche benachteiligt. Auch aus diesem Grunde ist der Schülertransport für die Familien kostenfrei.
Mitbestimmung
- Kinder und Jugendliche sind im Rahmen ihrer altersspezifischen Möglichkeiten an demokratischen Prozessen im Gemeinwesen beteiligt und werden bei allen sie betreffenden Fragen zumindest angehört.
- Das Wahlrecht ab 16 trägt als eine Säule zur Motivation Jugendlicher an politischen Beteiligungsprozessen bei und zwingt Politik, Verwaltung und Gemeinwesen zur ernsthaften Auseinandersetzung mit den Wünschen, Vorstellungen und Forderungen von Jugendlichen.
Jugendarbeit
- Jugendarbeit ist geprägt durch Freiwilligkeit und ehrenamtliches Engagement. Sie ist durch eine bedarfsgerechte Anzahl von qualifizierten MitarbeiterInnen begleitet, deren Arbeitszeit und Einkommen ihren Leistungen entspricht. Alle nötigen Aufwendungen (zum Beispiel Fahrkosten mit privaten Kfz) werden in voller Höhe entsprechend der gesetzlichen Normen erstattet.
- Der Landesjugendplan wurde durch die Landesregierung seit 1999 von 14 Mio. kontinuierlich auf 9,1 Mio. Euro in 2007 gekürzt. Der Landesjugendring Brandenburg fordert für die Jugendverbände den Betrag von 1999 plus einen Inflationsausgleich, also 15,7 Mio. Euro für die Kinder und Jugendlichen in Brandenburg. Dieser Forderung schließen wir uns an.
- Kürzungen auf allen Ebenen werden oft mit der demografischen Entwicklung begründet. Dieses Argument weisen wir ausdrücklich zurück, denn
- Entfernungen zu den Einrichtungen und Projekten haben sich in den letzten Jahren nicht verringert,
- Auch 5 oder 10 Kinder und Jugendliche benötigen die gleiche Aufmerksamkeit wie vorher 15,
- ein Bus kostet auch mit weniger Kindern und Jugendlichen an Bord eher mehr als 1999,
- die Einkommenssituation vieler Kinder und Jugendlicher hat sich seit 1999 eher verschlechtert und
- der Unterstützungsbedarf für viele in der Region verbliebener Jugendlicher hat sich verstärkt.
Arbeits- und Ausbildungsplätze
- Unternehmen im ländlichen Raum verstärken ihre Bemühungen zur Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region und werden dabei in den Bereichen
- Berufswerbung für Kinder und Jugendliche,
- sozialpädagogische Unterstützung der Ausbildung,
- Entlastung in bürokratischen Prozessen
durch regionale Behörden, Politik und Jugendarbeit unterstützt.
- Die Vergabe von Aufträgen bevorzugt regionale Anbieter und berücksichtigt ihr Engagement im Ausbildungsbereich oder für das Gemeinwesen.
Gemeinwesen
- Gerade im Interesse der nachwachsenden Generation wird der traditionelle Zusammenhalt in den Dörfern immer wieder gestärkt und mit der Offenheit einer globalisierten Welt in Einklang gebracht.
- Die Akzeptanz verschiedener Lebens- und Glaubensvorstellungen hat in Brandenburg eine lange Geschichte und macht den Landstrich sympathisch.
- Politische Auseinandersetzungen und das Ringen um Entwicklung in den Regionen erfolgt auf demokratischer Grundlage und unter Einbeziehung aller EinwohnerInnen. Politik und Verwaltung haben hier eine große Verantwortung und üben diese ernsthaft aus. Populismus, Extremismus und Fremdenfeindlichkeit lehnen wir rigoros ab.
Berlin-Brandenburgische Landjugend e.V.
IGW 2008
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Der Berlin-Brandenburgische Landjugend e. V. wurde am 31.12.1990 in Kyritz (OPR) gegründet, zählt etwa 1.000 Mitglieder, die in acht Landkreisen und Berlin als Einzelmitglieder oder in Landjugendgruppen tätig sind.
Als vom Landesjugendamt Brandenburg anerkannter freier Träger der Jugendhilfe unterstützt der gemeinnützige eingetragene Verein junge Menschen im ländlichen Raum. Er ist Mitglied im Bund der Deutschen Landjugend (BDL), im Landesjugendring Brandenburg, in verschiedenen Kreisjugendringen, in der LAG Jugendkoordination und weiteren Verbänden auf Landes- und Bundesebene. Vertreter der Landjugend sind in Kreisjugendhilfeausschüssen und bis zum Wegzug des Mitglieds im gegenwärtigen Landesjugendhilfeausschuss tätig.
Als Jugendverband ist der B.B.L. e.V. "von unten nach oben" organisiert. Partizipation der Mitglieder, aber auch der betreuten Jugendgruppen und Klubs wird in der täglichen Arbeit sehr ernst genommen. Die Perspektive der Jugendlichen wird in allen Arbeitsbereichen aktiv einbezogen.
Bereits seit 1990 ist der Landjugendverband auf offene Angebote, Projekte, Workshops, Aktionen und Jugendbegegnungen für alle interessierten Jugendlichen ausgerichtet, eine Mitgliedschaft ist nicht erforderlich.
Tätigkeitsbereiche
- Jugendarbeit im ländlichen Raum, Jugendkoordination, Träger von Jugend-räumen/Jugendclubs oder deren inhaltliche und organisatorische Begleitung in unterschiedlichen Strukturen
- Kooperation von Schule und Jugendarbeit, Anleitung einer Schülerfirma
- Mobile Kinder- und Jugendarbeit, Träger eines Spielmobils
- Politische Bildung auf kommunaler- und Landesebene
- Kinder- und Jugendbegegnungen in Kooperation mit dem Polnischen Landjugendverband ZMW für etwa 300 TeilnehmerInnen im Jahr aus Brandenburg, Berlin und Polen
- Ferienlager, Jugendreisen für ca. 600 TeilnehmerInnen im Jahr, organisiert durch einen ehrenamtlichen Arbeitskreis
- Jugendkulturarbeit, Theatergruppe "Bühnenreif"
- Jugendverbandsarbeit
Durch regelmäßige Angebote in den Jugendgruppen gelingt es dem Verein, eine enge Verbindung zu den Jugendlichen vor Ort herzustellen und zu halten, die bestehenden Kontakte zu pflegen und verbindliche Beziehungsarbeit in den Gruppen zu leisten. Dazu gehört regelmäßig die Auseinandersetzung mit Alkohol- und Drogenkonsum, mit Ausgrenzung, Gewalt und Ablehnung von Minderheiten.
Unter www.bbl-online.com, www.lesbigayt.de und www.aktion-ferienspass.de sind die Ergebnisse des Arbeitskreises Internet zu sehen. Die Außendarstellung und die oftmals kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung in Brandenburg sind Aufgaben der Arbeitskreise Öffentlichkeitsarbeit und Politik.
Junge Lesben und Schwule werben für die Akzeptanz ihrer Lebensweise und stellen sich durchaus kritischen Diskussionen in Schulen und Jugendeinrichtungen. Sie organisieren sich im Arbeitskreis LesBiGayT.
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aktualisiert am 26.06.2008