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Die Schulbank gegen einen außerschulischen Lernort eingetauscht - Gedenkstätte Sachsenhausen

2015 10 08 Die Schulbank gegen einen ausserschulischen Lernort eingetauscht 01Bild: Eike Neumann

In den beiden Wochen vor den Herbstferien fanden für die Schüler und Schülerinnen der Pritzwalker Oberschule verschiedene Projektfahrten statt. Diese Fahrten wurden zum einen von der Schule organisiert, zum anderen aber auch durch den B.B.L.e.V.

So besuchten je zwei 9. Klassen an den beiden Donnerstagen die Gedenkstätte Sachsenhausen.

Sachsenhausen

Schon im Vorfeld wurde im Geschichts- und Deutschunterricht, u.a. durch die Bearbeitung des Buches und Films über Anne Franks Leben, in die Thematik eingeführt. In der Gedenkstätte hatten wir uns dann zur Projektarbeit angemeldet. So wollten wir noch viel mehr über die Thematik Konzentrationslager, die Hintergründe, die SS-Offiziere, die Häftlinge und ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen und über das, was danach kam, erfahren. Dafür standen uns mehrere wissenschaftliche Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen zur Seite. Das Programm war im Groben gleich gestrickt, nur die Herangehensweise wurde von den Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen unterschiedlich gewählt. Fotos, Zeichnungen, Fundstücke oder Videosequenzen luden unsere Schüler und Schülerinnen dazu ein, erste Assoziationen und Eindrücke zu äußern. Danach wurden erste Arbeitsgruppen eingeteilt und Arbeitsthemen vergeben. Bei der anderthalb- bis zweistündigen Führung wurde uns das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers näher gebracht. Die Schüler und Schülerinnen erhielten Hinweise, wo sie später Antworten zu ihrem Arbeitsthema finden würden bzw. konnten sich schon während der Führung Notizen machen.

Dass Geschichte an einem authentischen Ort viel erlebbarer gemacht werden kann, zeigte sich an einigen Stellen der Gedenkstätte sehr deutlich. „Ich muss hier raus“ war zum Beispiel zu hören als wir uns die „Station Z“ – das Krematorium angeschaut haben. Einigen stand der Schrecken über die vor Ort verübten Grausamkeiten regelrecht ins Gesicht geschrieben.

Die anschließenden Gruppenarbeiten verliefen sehr gut.

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Antworten auf die Fragen waren in den Dauerausstellungen, die zuvor verteilten Materialmappen oder auch auf den dortigen PCs zu finden.

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Dadurch dass die Gruppen so klein gehalten waren, konnten viele Unterthemen bearbeitet werden: Häftlingsgesellschaft, Häftlingsunterkünfte, Appellplatz/ öffentliche Hinrichtungen, Arbeitskommandos, Widerstand, Gewalt, Krankenrevier, Tschechische Hochschulstudenten, Krematorium „Station Z“, Befreiung des KZ Sachsenhausen, Die Stadt und das Lager, Weihnachten im KZ, Freizeit, Pakete/ Post, Biographien.

Zum Teil entstanden schon vor Ort Plakate mit den Arbeitsergebnissen. Interessant war auch das gemeinsame Erstellen eines Zeitstrahls mit den für diesen Ort relevanten Ereignissen. Außerdem beschäftigte sich eine wissenschaftliche Mitarbeiterin mit ihrer Großgruppe mit verschiedenen Häftlingsbiographien. So erhielten die ehemaligen Häftlinge auch Namen und Gesichter, was die gesamte Thematik noch emotionaler machte.

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Zwischendurch fragte ich nach der Meinung unserer Schüler und Schülerinnen zu diesem Projekttag. „Es ist sehr interessant“, so war der große Tenor. „Nur das Wetter könnte besser sein.“ Und da hatten sie wahrlich Recht. Der Herbst zeigte sich an beiden Tagen leider nicht von seiner besten Seite. Trotzdem arbeitete der Großteil wirklich fleißig mit und trotze dem Wind und dem ständigen Nieselregen. Nur vereinzelt war auch mal zu hören, dass es langweilig wäre.

Ich möchte mich hier aber auch noch für das Engagement der wissenschaftlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bedanken, ohne die eine solche Projektarbeit vor Ort gar nicht so möglich wäre. Sie haben viel dazu beigetragen diesen Aspekt der deutschen Geschichte an diesem außerschulischen Lernort unseren Schülern und Schülerinnen näher zu bringen.