11.03.2017 Eine Agrarfahrt die ist lustig, eine Agrarfahrt die ist schön…“

  

Arbeitskreis Grüne Berufe des Berlin-Brandenburgische Landjugend e.V. unterwegs im Land

2017 03 11 Agrarfahrt001Nach intensiven Bemühungen ist es uns endlich gelungen, interessierte Agrarier als Mitglieder zu gewinnen. Somit stand einer ersten Agrarfahrt des Arbeitskreises „Grüne Berufe“ nichts mehr im Wege. Vom 11.-12.03.2017 besuchten sechs Teilnehmer_innen das schöne Märkisch-Oderland. Unterkunft bot das Bildungs- und Begegnungszentrum Schloß Trebnitz, die Bildungsstätte der Landjugend. Organisator Martin Reinhardt – im Vorstand für den Arbeitskreis zuständig - motivierte für die kommenden 24 Stunden.

Anschließend ging es in ökologischen Fahrgemeinschaften zur Produktivgesellschaft Danneneberg mbH, dem ersten Landwirtschaftsbetrieb auf der Besichtigungstour. Mit 750 ha Land und 170 Milchkühen, zuzüglich Nachzucht, ist dieser Betrieb eine von insgesamt sieben Betriebsabspaltungen nach der Auflösung der damaligen LPG vor Ort.

Innerhalb des interessanten Gespräches zwischen dem Betriebsleiter Jens Petermann und der Landjugend spielte das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle, die hier im Mittelpunkt steht. Im Handeln Herr Petermanns liegt der Fokus auf natürliche Kreisläufe. Alle Arbeitsschritte werden intensiv durchdacht und immer mit größtmöglicher Natürlichkeit vollzogen. Da ist auch die Wahl der richtigen Düngemittel nicht die leichteste. Der Boden bekommt Vorratsdünger in festgelegten Abständen und mit extra für die Ansprüche des Betriebes und Bodens angefertigten Inhaltsstoffen. Petermann: „95% des Bodens kommen mit dem Dünger nicht in Berührung. Der Boden kann dort Boden bleiben und muss sich nicht mit den zugeführten Chemikalien auseinandersetzen. Die restlichen 5% bekommen speziell angepassten Dünger, der den natürlichen Kreisläufen am nächsten kommt und für die Pflanze somit ohne viel Stress am einfachsten zugänglich ist.“ Die Zukunft des Betriebes liegt in der Bio-Produktion. In naher Zukunft möchte Betriebsleiter Petermann seinen konventionellen Betrieb umstellen. Das geht aber nur, wenn man aus Überzeugung dahinter steht, betonte er. Diese außergewöhnliche Betriebsdarstellung mit sehr viel Tiefgang, Emotion, Haltung und persönlicher Ansicht führte zum Nachdenken und zu einigen Diskussionen.

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Im Anschluss führte die Anlagenleiterin der Milchproduktion und zugleich Teilnehmerin der Agrarfahrt Rebecca Harnack durch die Stallanlagen. Auch hier wird, insofern das die Altbauten zulassen, mit hohem Maße an Tierkomfort und Sachverstand gewirtschaftet. Die Folge sind sehr wenige Kälberverluste.

Abschließend nahm sich die Landjugend Zeit für eine intensive Besichtigung der hofeigenen Milchtankstelle. Hier kann frische Milch direkt im Betrieb gezapft und mit nach Hause genommen werden. Der zusätzliche Hofladen führt insbesondere von Donnerstag bis Samstag zu hohem Besucherandrang. Der Kälberauslauf neben der Milchtankstelle bildet einen zusätzlichen Zuschauermagneten.

Insgesamt stellte sich die Produktivgesellschaft Dannenberg mbH sehr transparent dar und hinterließ begeisterte Landjugendliche. Weitere und aktuelle Informationen sind unter http://www.der-dannenberger.de einzusehen.

Während einer Kaffeepause in der Carlsburg zu Falkenberg wurde der Besuch reflektiert. Die entzückende Aussicht des Standortes bewies den Facettenreichtum des Landes Brandenburg.

Am Abend wurde im Arbeitskreis intensiv über den Brandenburger Landesentscheid des Berufswettbewerbes der deutschen Landjugend diskutiert sowie weitere Planungen kommender Veranstaltungen besprochen.

Nach einer kurzen Nacht fuhr die Landjugend zur AGW Worin mgH. Der Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg und Geschäftsführer Henrik Wendorff stand den Agrariern für eine Betriebsbesichtigung und einem anschließenden Gespräch zur Verfügung.

Der aus der LPG-Worin entstandene Betrieb setzt auf Biogetreide und Mutterkuhhaltung. Dafür stehen ihm etwa 970 ha zur Verfügung. Die im insgesamt bodenpunktarmen Flächen sind hügelig und teils von Bächen durchzogen und erschweren die Bewirtschaftung. 1997 erfolgte die Trennung von der Schweinehaltung, die gegenwärtig gut bewirtschaftet wird.

Während der Besichtigung kristallisierte sich innerhalb der Gespräche die Qualitätssicherung der Erzeugnisse heraus. „Erträge sind nicht alles, der Kunde wird immer anspruchsvoller, die Qualitätskriterien immer schärfer […]“ betonte Wendorff. Rücksichtsvoll mit der Natur umzugehen, die Nutztiere tiergerecht zu halten und dem Verbraucher mitsamt seinen Vorstellungen gerecht zu werden ist eine Gratwanderung.

Einig waren sich LBV-Präsident Henrik Wendorff und der Stellvertretende Landjugend-Vorsitzende Martin Reinhardt: In Zukunft wollen beide Verbände stärker kooperieren.

Rückblickend war die Auswahl der besichtigten Betriebe gut gewählt. „Mehr Betriebe hätten es nicht sein dürfen, stattdessen war genug Zeit für ausführliche Erläuterungen und Betrachtungen der beiden Betriebe […]“ sagte Jacob Böttcher, Teilnehmer der Agrarfahrt.

Die Landjugend bedankt sich bei Herrn Petermann und Herrn Wendorff für ihre rare Zeit und wünscht ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr.

Der Berlin-Brandenburgische Landjugend e.V. will sein agrarisches Fundament stärken. Wir stehen für alle Fragen rund um diesen Sektor zur Verfügung. Wir unterstützen alle Teilnehmer_innen der Berufswettbewerbe und freuen uns über Auszubildende der grünen Berufe, Junglandwirte oder Interessierte, die bei uns ihre „Bushaltestelle“ finden. Die nächste Agrarfahrt wird im Herbst 2017 stattfinden.

Der Arbeitskreis Grüne Berufe ist per Email unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar.

Martin Reinhardt (Stellvertretender Landesvorsitzender/Agrarsprecher)