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Online sein mit Maß und Spaß – Einsatz der Net-Piloten

Foto: Eike Neumann

Die Zeit der vor den Herbstferien im vergangenen Jahr ausgebildeten Net-Piloten ist gekommen. Bereits im alten Jahr, in der Woche vor Weihnachten, war ihr erster Einsatz in den 7. Klassen der Oberschule. Da zwischen der Ausbildung im Oktober und dem ersten Einsatz etwas Zeit ins Land gegangen war, trafen wir uns noch zweimal. Zum einen in einer Klassenleiterpräsenz um den konkreten Einsatzplan abzustimmen und zum anderen, um die Ausbildungsinhalte aufzufrischen und die Unterrichtseinheit durchzusprechen. An einem Freitag nutzten wir dafür unser Schülercafé und die letzten drei Unterrichtsstunden.

Foto: Eike Neumann

Die von den Net-Piloten gedrehten Kurzfilme aus der Ausbildung, die wir uns noch nicht gemeinsam angesehen hatten, sorgten für die richtige Einstimmung ins Thema. Nachdem wir dann im Schnelldurchlauf die dreitägige Ausbildung Revue passieren ließen, widmeten wir uns detailliert den durchzuführenden Projekten. Es galt ein paar grundsätzliche Fragen zu klären. „Wer vom Team ist für welchen inhaltlichen Teil verantwortlich? Wie gehe ich konkret an die Methoden heran? Wie lange sollen die einzelnen Methoden dauern?“ Es ist schon etwas anderes, das Projekt selbst zu moderieren als „nur“ Mitmachender zu sein.

Und dann wurde es ernst. Jedes Team hatte eine 7. Klasse zugeteilt bekommen und durfte sich das erste Mal in der Umsetzung des Projektes ausprobieren.

So begann die Umsetzung des Erlernten für Finn und Moritz in der Klasse 7c am Montag in der 2. und 3. Stunde. Auch hierfür hatten wir uns das Schülercafé geblockt – einen Stuhlkreis gestellt und die Technik aufgebaut. Erwartungsvoll betrat die 7c das Schülercafé und nahm Platz. Finn begrüßte die Jungs und Mädels und stellte das Projekt zunächst vor. Dann ging es richtig los. „LAN-Kabel-Salat“ hieß die erste Methode zum Einstimmen auf die Thematik. Finn lud die Schüler und Schülerinnen dazu ein, sich entsprechend seiner Aussagen zu sortieren – nach „stimmt/ trifft zu“ oder „stimmt nicht/ trifft nicht zu“ bzw. auch dazwischen, wenn sich jemand mal nicht ganz eindeutig sicher war, wo er oder sie sich hinstellt. „Ich habe ein Smartphone“ – schnell begaben sich die Jungs und Mädels auf die Position des „stimmt/ trifft zu“, denn heutzutage sind wirklich fast alle Jugendlichen im Besitz eines solchen Gerätes. „Ich muss mein Smartphone nachts abgeben“ „Ich habe immer mal wieder Streit mit meinen Eltern wegen meines Smartphone/ Internetgebrauchs“ oder aber auch „Ich habe zu wenig Zeit“ sorgten dann für die ersten kleinen Diskussionsansätze. Das Eis war gebrochen. Die Klasse fand Gefallen am Projekt und arbeitete auch im Folgenden weiter super mit. Ein kleines Wissensquiz folgte.

Foto: Eike Neumann

Das Quiz diente dazu das eigene Wissen zum Thema Medien und Medienkonsum zu prüfen bzw. zu erweitern. Hier versuchten kleine Gruppen möglichst viele richtige Antworten zu erraten. Es standen immer drei Antwortmöglichkeiten zur Auswahl mit „A“, „B“ oder „C“. In diesem Fall führte Moritz durch das Quiz. Als die richtigen Antworten verlesen wurden, ging das eine um das andere Mal ein Raunen durch den Raum. „Hab ich doch gesagt, dass das die richtige Antwort ist.“, ertönte immer wieder und die Gruppe ärgerte sich über ihre doch falsch abgegebene Antwort.

Dann näherten wir uns dem Thema Mediensucht an. Der Einstieg dazu erfolgte durch einen knapp 10minütigen Film mit dem Titel „Nur noch 5 Minuten“, der zum einen Jungen zeigte, der sehr viel Zeit vor seinem Computerspiel verbringt und zum anderen ein Mädchen, das sehr viel in sozialen Netzwerken unterwegs ist und sich gerne selbst darstellt. Natürlich besprachen die Net-Piloten dann das Gesehene mit der Klasse. In einem weiteren Schritt widmeten sie sich der Suchttreppe.

Foto: Eike Neumann

Die Kleingruppen bekamen die fünf Karten „Sucht“, „Gewöhnung“, „Missbrauch“, „Genuss“ und „Ausprobieren“ in die Hand und sollten diese ordnen – was steht am Anfang – was steht am Ende einer Suchttreppe und ihre Einordnung entsprechend begründen. Nicht jede Gruppe hatte diese Aufgabe richtig gelöst, aber gemeinsam wurden die Begriffe geklärt und die Suchttreppe in eine richtige Reihenfolge gebracht.

„AUSPROBIEREN“

„GENUSS“

„GEWÖHNUNG“

„MISSBRAUCH“

„SUCHT“

Die Net-Piloten erklärten dabei genau, auf was es bei den einzelnen Punkten ankommt. Dann gab es Fallbeispiele, die auf eine Zuordnung warteten.

Foto: Eike Neumann

„Jan (15 Jahre) setzt sich jeden Tag, sofort wenn er aus der Schule kommt, an den PC. Er spielt 3-4 Stunden am Tag, am Wochenende sogar bis zu 6 Stunden täglich. Seine Noten in der Schule sind ok und Jan geht einmal die Woche zum Basketballtraining. Doch Jan reagiert immer aggressiv, wenn seine Eltern ihn auf seine Medienzeit ansprechen. In letzter Zeit denkt er auch in der Schule immer häufiger ans Zocken.“

Nathalie (14 Jahre) freut sich immer, wenn ihr jemand bei Instagram auf ihr Posting schreibt. Wenn sie gerade Zeit hat, schreibt sie auch etwas Nettes zurück.“

Maximilians (16 Jahre) Zimmer ist völlig vermüllt. Dreckige Klamotten, verschimmelte Essensreste, ungeöffnete Briefe liegen auf dem Boden rum. Das interessiert ihn nicht, denn auf dem Bildschirm ist er in der „richtigen“ Welt, und in „League of Legends“ ist er ein wichtiger Krieger. Selbst wenn er wollte, könnte er nichts daran ändern, denn sobald er länger als ein paar Minuten nicht spielt, drehen sich seine Gedanken im Kreis und er sagt, er bekomme Kopfschmerzen.“

Es stellte sich heraus, dass eine solche Zuordnung nicht immer ganz einfach ist. Oftmals verwischen die Grenzen zwischen den einzelnen Stufen der Suchttreppe. Der alleinige Faktor Zeit macht zum Beispiel auch noch keinen Süchtigen aus, vielmehr spielen dort noch viele weitere Faktoren mit hinein.

Am Montag fand dann noch in der 7d das Projekt statt. Finn und Moritz sprangen kurzerhand ein, denn nur Vincent war aus diesem Team anwesend. Die beiden anderen Teammitglieder waren an diesem Tag leider krank. Dienstag und Mittwoch folgten dann die weiteren Teams und die Klassen 7a und 7b. Insgesamt hatte ich ja 15 Schüler und Schülerinnen zu Net-Piloten ausgebildet. Die Premiere des Projektes war gelungen. Die Schüler und Schülerinnen des Jahrgangs 7 lobten das Projekt und die Umsetzung durch die Net-Piloten sehr. Als Zeichen der Anerkennung bekamen meine Net-Piloten dann auch jeweils im Anschluss an ihr durchgeführtes Projekt vor den 7. Klassen ihr Teilnahmezertifikat überreicht.  

Foto: Eike Neumann

Ziel des Projektes war es, das die Schüler und Schülerinnen über ihren eigenen Internet- oder auch Computerspielekonsum nachdenken und dazu haben meine Jungs und Mädels reichlich eingeladen.

Es gibt auch noch eine weitere Unterrichtseinheit, die wir auch noch in den Klassen umsetzen wollen. Außerdem, so ist zumindest der Plan, wollen wir an die Grundschule herantreten. Vielleicht bekommen wir auch dort die Möglichkeit das Projekt durchzuführen. Freuen würde es uns auf jeden Fall und das Thema Medien kommt bestimmt auch nicht so schnell wieder aus der Mode.