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Geschichte erlebbar machen – Projektarbeit in der Gedenkstätte Sachsenhausen

Foto: Eike Neumann

„Wir schreiben das Jahr 1936 – im Ortsteil Sandhausen der Stadt Oranienburg wurde das nationalsozialistische Konzentrationslager Sachsenhausen eingerichtet und mit diesem Zeitpunkt begann der Terror für unzählige Menschen. Zehntausende kamen durch Hunger, Krankheit, Zwangsarbeit und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS. Auch nach der Evakuierung des Lagers Ende April 1945 starben tausende Häftlinge auf den sogenannten Todesmärschen“.

Heute befindet sich auf dem Gelände die Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen, die über die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers am authentischen Ort informiert.

Foto: Eike Neumann

Wie auch in den Jahren zuvor nutzten wir die Gelegenheit, um mit den Schülern und Schülerinnen des Jahrgangs 9 der Oberschule Pritzwalk nach Sachsenhausen zu fahren, um uns diesem Kapitel der deutschen Geschichte intensiver zu widmen.

Am 24. und 26.September ging es also mit dem Bus nach Oranienburg. Dort angekommen, teilten wir die jeweils zwei Klassen in drei Gruppen ein, die durch jeweils einen Guide der Gedenkstätte inhaltlich begleitet und betreut wurden. Zunächst gab es eine Einführung in die Thematik, bei der die Guides abklopfen wollten, wie der generelle Wissensstand unserer Schüler und Schülerinnen ist.

Foto: Eike Neumann

Methodisch wurde dabei unterschiedlich vorgegangen. Eine Gruppe spielte eine Art Memory-Spiel. Auf dem Boden verteilt, lagen verschiedene Bilder. Jeder sollte sich dann eines davon nehmen und den Schüler bzw. die Schülerin suchen, die das inhaltlich dazu passende zweite Bild hatte. Dargestellt wurden zum Beispiel die Themen „Appell“, „Unterkunft“, „Bewachung“ und weitere.

Foto: Eike Neumann

Dann sollten sie auch die dazu passende Überschrift „finden“ und ihre Bilder kurz beschreiben.

Foto: Eike Neumann

Dann wurde gemeinsam ein Zeitstrahl erarbeitet – von den Anfängen der Zeit des Nationalsozialismus bis hin zur Gegenwart, als das ehemalige Konzentrationslager zu einem Museum und einer Gedenkstätte ernannt wurde.

Foto: Eike Neumann

Eine andere Gruppe wählte den Einstieg über Fundstücke. Mit weißen Handschuhen und Lupen versehen, nahmen sie ihr Fundstück wortwörtlich „unter die Lupe“. Sie sollten sich zunächst darüber Gedanken machen, um was es sich überhaupt handelt, ob das Fundstück aus der Lagerzeit stammen könnte, wer es benutzt hat bzw. für was es alles Verwendung gefunden haben könnte. Die Spekulationen waren hier sehr weitreichend.

Foto: Eike Neumann

Foto: Eike Neumann

- Auch wir nutzten den Weg, der die Häftlinge in das Lager hingeführt hat. -

Foto: Eike Neumann

- Auf dem Weg zu Turm A. -

Dann ging es auf das Gelände und es gab eine kleine Überblicksführung. Besonders interessant war dabei der Besuch des Turms A, von dem aus man nahezu über das gesamte Gelände blicken konnte. Man konnte sehr gut einen Einblick davon erhalten, wie es ist, wenn man als Häftling auf dem Appellplatz steht und das Maschinengewehr auf einen gerichtet ist. Hier gab es eine Ausstellung zum Thema „Täter“ und „Opfer“.

Foto: Eike Neumann

Foto: Eike Neumann

- Zeichnungen erinnern an die Grausamkeiten. -

Nachdem die wichtigsten Bereiche gezeigt wurden, gab es Arbeitsaufträge für die Kleingruppen. Mit diesen versehen, gingen die Schüler und Schülerinnen selber ins ehemalige Konzentrationslager und widmeten sich ihren Aufgabenstellungen. Es hieß Selbstrecherche betreiben und sich intensiver mit den Ausstellungen zu beschäftigen. Dabei wurden die Themen „Häftlingsküche“, „Unterkunft“, „Medizin“, „Zwangsarbeit“ näher betrachtet.

Foto: Eike Neumann

- Die Baracken sind nicht mehr im Original erhalten geblieben. Umrandungen erinnern daran, wo sie ursprünglich gestanden und wie sie angeordnet waren. -

Foto: Eike Neumann

- Auch Schuhe wurden hier von den Häfltingen getestet. Runde für Runde mussten sie in zum Teil zu kleinen oder zu großen Schuhen "laufen". -

Nach einer gewissen Arbeitsphase und einer kleinen Mittagspause, fand eine Führung über das Gelände durch die Schüler und Schülerinnen statt. Sie zeigten ihren Mitschülern und Mitschülerinnen dann zum Beispiel die Baracke, in der noch Betten, Waschräume, Toilettenräume vorhanden sind und erklärten genau, was sie herausgearbeitet hatten und so ging es weiter. Alle hatten sich gut informiert und konnten gute Vorträge liefern.

Foto: Eike Neumann

- Die Krankenbaracken -

Foto: Eike Neumann

- Auf der rechten Seiten befindet sich ein kleiner Friedhof. -

Die Emotionen kochten bei einigen schon hoch und es war sehr unangenehm, im Leichenkeller zu stehen und über die medizinische Versorgung bzw. auch die medizinischen Experimente zu sprechen. Für alle waren es sehr lehrreiche Tage, die zum Teil geholfen haben, sich Geschichte mehr bzw. besser vorstellen zu können.

Foto: Eike Neumann

- Auch an den Todesmarsch wird eindrucksvoll erinnert. -

Dem einen oder der anderen liefen die Schauer auch in der darauffolgenden Woche in der Schule noch den Rücken herunter, wenn sie an die Grausamkeiten dachten. Natürlich gab es auch Einzelne, die den Projekttag langweilig fanden und die recht emotionslos an das Thema herangegangen waren. In der Schule besprachen wir die Eindrücke. Die Mehrheit sprach sich aber dafür aus, dass es gut war, dieses Projekt durchzuführen. „Es war für uns so einfacher, sich diesen Teil der deutschen Geschichte vorzustellen, als wenn wir sie nur in einem Lehrbuch behandelt hätten.“