JuLeiCa Schulung in Spree-Neiße vom 12. bis 13.04.2014 | Teil 3 in Forst

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Und schon ist‘s passiert.

Das dritte JuLeiCa Ausbildungswochenende startete mit einem schweren Thema und weitere Brocken sollten folgen.

„Stell Dir vor, Du schiebst Deinen Einkaufswagen durch die Regalreihen vom Supermarkt. Plötzlich eröffnet sich vor Deinen Augen eine Szene. Ein Kind kreischt und schreit. Es wirft sich auf den Boden und strampelt. Die daneben stehende Mutter hat den Kanal voll und schlägt zu. Wie reagierst Du?“ Mit diesem Praxisbeispiel wurde es plötzlich ganz still im Ausbildungszentrum. Noch vor Minuten hatten sich die Teilnehmenden der JuLeiCa-Schulung einen Vortrag der Kinderschutzkoordinatorin des Landkreises Spree-Neiße Sandra Oertel zum Thema „Kindeswohlgefährdung“ angehört. Jetzt hieß es, eine Entscheidung anhand des Szenarios zu treffen. Die Theorie wurde plötzlich zur Praxisüberlegung. Und das war nicht leicht. Wie hättest Du in diesem Falle reagiert? Was hättest Du gemacht?

Über Kindeswohlgefährdungen zu sprechen geht nahe. Jugendgruppenleiter_innen haben in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit direkten Kontakt mit Kindern und Jugendlichen. Die Leiter_innen zu sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten im Falle eines Verdachts auf eine Kindeswohlgefährdung zu besprechen ist Teil der Ausbildung.

Von Null auf Hundert in drei Sekunden.
Daniel Kopperschmidt, Vorstandsmitglied des BBL e.V. eröffnete das Thema „Aufmerksamkeit-Defizit-Syndrom“ (ADS). Mit Humor und ziemlich rasant zog er die Teilnehmenden in seine Welt. Kein Wunder, das Thema liegt ihm sehr am Herzen. Der junge BBLer weiß, wovon er spricht. Daniel hat etliche Jahre als „schwieriger Jugendlicher“ hinter sich. Er berichtet aus seinem Leben, gibt theoretische und praktische Inputs zu ADS und lässt dabei kein Auge trocken.

Oh super - eine Krise.
Wer mit Menschen arbeitet, der ist regelmäßig mit Konflikten konfrontiert. Auch innerhalb der JuLeiCa-Schulung treten unweigerlich Konflikte auf. Sie sind Teil unserer Kommunikation. „Das Thema ist das Salz in der Suppe“, sagt Sozialarbeiter Christian Müller. Gelegentlich lassen er und seine Teamkollegen Konflikte brodeln. Nicht zum Spaß, sondern um mit den Teilnehmenden zu analysieren, was genau passiert ist und wie sich Konflikte entwickeln. Die Vorgehensweise ist heikel, hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Auch in diesem JuLeiCa-Lehrgang kamen konfliktbehaftete Situationen auf den Tisch. Das war Material, mit dem gearbeitet werden konnte.

Frauen, Männer und andere (?)
Nach dem Abendessen beschäftigten sich die zukünftigen JuLeiCa-Cardbesitzer_innen mit dem Thema „LesBiGayT“. Es ging um vielfältige Lebensweisen, also um Nichtheterosexuelle Lebenswelten. Homo- und Transsexualität, Intersexualität und vieles mehr waren in einer spannenden Workshoprunde Thema. Es drehte sich um Geschlechterrollen, Identität, Klischees, Diskriminierung und ums Schubladendenken.

Hast Du recht?
Den Sonntag füllte Bildungsreferent Dirk Budach mit dem großen Thema „Recht“. Hier gab es interessiertes Aufhorchen, denn ganz schnell steht man als Jugendleiter_in mit einem Beinchen im Knast - oder doch nicht?

FAZIT
Kurzum, die JuLeiCa - Teile 1 bis 3 waren viel zu schnell um und durchaus erfolgreich. Der Großteil der Teilnehmer_innen konnten schon ihre Card beantragen. Einige haben noch den Erste-Hilfe Kurs zu absolvieren.

Text/Bild: Christian Müller

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